09 Dez

Online Assessment

Definition Online Assessment

Online Assessment ist ein psychologisches Testverfahren, das unter Beachtung einer gleichbleibenden Methodik über das Internet durchgeführt wird, um sowohl die fachliche als auch persönliche Eignung von Bewerbern gegenüber einem Stellen-Anforderungsprofil festzustellen. Zu diesem Zweck werden Aufgabenstellungen und Übungen, die in einem traditionellen Assessment vor Beobachtern durchgeführt werden, in Fragebögen im Internet simuliert.

Online Assessments werden in 3 Bereichen angewendet:

  • Erfassen von Fähigkeiten, z.B. verbale, diagrammatische und mechanische Fähigkeiten
  • Wissenstests, z.B. über Abfrage fachlicher Problemstellungen
  • Persönlichkeitstests, die z.B. Eigenschaften, Präferenzen, Motive und Motivationen ermitteln

Prinzipien für Online Assessments

Man unterscheidet drei Konstruktionsprinzipien für Online Assessments:

  • Normative Testverfahren ermitteln, wie die Befragten im Vergleich zu einer Referenzgruppe zu sehen sind. Hieraus abgeleitet werden Typisierungen und die Bildung von diskreten Merkmalen für Personengruppen. Sie erlauben eine interindividuelle Vergleichbarkeit der Messwerte.
  • Ipsative Testverfahren ermitteln, welche Verhaltensweisen und Fähigkeiten die befragten Kandidaten in der Vergangenheit erfolgreich angewendet haben. Es wird weiterhin angenommen, dass dieses Verhalten damit präferiert eingesetzt wird und zum individuellen Verhaltensmuster wird. Sie ermöglichen den intraindividuellen Vergleich von Eigenschaftsausprägungen, die wiederum mit dem Anforderungsprofil abgeglichen werden können.
  • Kriterienorientierte Testverfahren ermitteln, ob und wie weit bestimmte Verhaltensweisen ausgeprägt sind. Es wird kein interindividueller Vergleich angestellt und auch nicht untersucht, ob ein ermitteltes Verhalten intraindividuell wesentlich zum Erfolg beigetragen.

Bedeutung von Online Assessments

Durch den Einsatz von Online Assessments werden potentielle Mitarbeiter aufgrund von konkreten und objektiven Entscheidungsgrundlagen vorselektiert, mit dem Ziel die Wirtschaftlichkeit und das Fehlbesetzungsrisiko im Unternehmen zu unterstützen. Die Akzeptanz solcher technischen Hilfsmittel liegt in Deutschland noch unter dem internationalen Durchschnitt von weit über 50 %. Doch lässt sich in den letzten Jahren eine steigende Akzeptanzrate bei Bewerbern und Recruiting-Verantwortlichen feststellen.

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